"Der Hochzeitstag" von Johann Nestroy
„Der Hochzeitstag“ nach Johann Nestroy
Camilla, die Tochter eines Reichen Makkaroni-Fabrikanten und der, stets in Geldnöten befindliche Paphuzi bereiten ihre Hochzeit vor. Trotz der vielen Vorbereitungsarbeiten hat sich ihr Vater auf den Weg in verschiedene Kneipen gemacht und sie fürchtet, er könnte unter die Tagediebe gefallen sein. Paphuzi jedoch beruhigt sie mit dem Hinweis, dass deren Anführer Zampa angeblich gefasst worden sei und gehenkt werden solle. Nur wenig später jedoch bringt der echauffierte Diener Danilo die Schreckensnachricht, dass er tatsächlich von einer Bande in einem Wirtshaus festgehalten werde und sie drohen, ihn nicht eher gehen zu lassen bis eine Auslöse gezahlt wird. Nachdem die Antwort zu lange auf sich warten ließ erscheit der Banden-Capo Zampa, selbst im Haus von Camilla in der Absicht persönlich Geld von ihr zu fordern um ihren Vater freizulassen. Doch als er von den Vorbereitungen für den morgigen Hochzeitstag erfährt, kommt ihm eine Idee wie er seinen Kopf für immer aus der Schlinge ziehen könne. Unter dem Schutz dieses ehrbaren Hauses würde man keinen Gauner vermuten. Er würde wieder seinen bürgerlichen Namen annehmen und Camilla müsse ihn statt ihren geliebten Bräutigam heiraten, wenn sie ihren Vater retten wolle. Man wird sehen ob dieser Weg in die gewünschte Richtung führt.
Nestroy hat mit diesem Werk wieder einmal doppelzüngige, boshafte sogar teilweise gefährliche Charaktere geschaffen ohne die Komödie aus dem Blick zu verlieren. Mit dem Streben rücksichtslos an ihr Ziel zu gelangen legt er fast bei allen Figuren ihre Schwächen frei und lässt sie letzten Endes zahnlos und feige erscheinen. Durch ihr eigenes unmoralisches und verantwortungsloses Handeln machen sie sich selbst zu Verlierern. Dass die Menschlichkeit und das Mitgefühl an Ende die Oberhand gewinnt und die Frauenrollen stärker wirken als die männlichen Charaktere ist für diese Zeit etwas Besonderes und nicht dem Zufall geschuldet.